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Islam in Deutschland
« : 30 Eylül 2009, 19:28:21 »
Anders als die christlichen Kirchen verfügt der Islam über keine feste Organisationsstruktur mit klar definierten Glaubensinhalten, fester Mitgliedschaft und oberster Autorität. Vielmehr ist der Islam in die verschiedendsten Richtungen gespalten, von denen die Sunniten und Schiiten die bedeutendsten sind, auch in Deutschland. In der – ungewohnten – Diaspora allerdings ergeben sich andere Notwendigkeiten, wenn man Moscheen und theologische Zentren unterhalten will und wenn es um die Einführung islamischen Religionsunterrichts geht. Red.

Der Kanon der "fünf Säulen", auf denen der Islam ruht

Wer ist ein Muslim? Wer sich selber dafür hält, würde auf diese Frage wohl mit dem Glaubensbekenntnis antworten: "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott, und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist". Der erste Teil dieser zweigliedrigen Formel, das Bekenntnis zum absoluten Monotheismus, verbindet den Islam mit den anderen monotheistischen Religionen, während der zweite Teil das Besondere des Islam ausmacht: Mohammed ist der Gesandte Gottes, ein Prophet, dessen Verkündigung – im Koran niedergelegt – daher als göttliche Offenbarung gilt. Ein Muslim ist also jemand, der den Koran als Äußerung des göttlichen Willens anerkennt und befolgt. Hinzuzufügen ist noch, dass die Muslime im allgemeinen die koranische Offenbarung als die letzte und endgültige ansehen: nach Mohammed wird es bis zum Jüngsten Gericht keinen Propheten mehr geben; er ist das "Siegel der Propheten" – Bekräftigung und Abschluss der Offenbarungen, die Gott der Menschheit durch frühere Propheten wie Abraham, Moses oder Jesus hat zuteil werden lassen.
Die Anerkennung des Korans als göttliche Offenbarung schließt den Glauben an bestimmte, darin verkündete Glaubenswahrheiten ein, vor allem den an die Auferstehung und das Jüngste Gericht mit darauffolgender Strafe und Belohnung; ferner die Befolgung bestimmter Riten, für die im Koran der Grund gelegt ist: das fünfmalige tägliche Ritualgebet, das Fasten im Monat Ramadân, die Wallfahrt nach Mekka und das Zahlen einer Almosensteuer, einer Art Solidaritätsbeitrag zugunsten armer und sozial schwacher Glaubensbrüder und -schwestern; zusammen mit dem Glaubensbekenntnis bilden diese Ritualpflichten den Kanon der "fünf Säulen", auf denen der Islam ruht.

Die Wallfahrt nach Mekka als Demonstration der Zusammengehörigkeit

Das Zeremoniell der Wallfahrt (Haddsch) in Mekka, das jeder Muslim nach Möglichkeit einmal im Leben absolvieren soll, demonstriert auf höchst eindrucksvolle Weise das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Muslime: Pilger aus aller Welt, Angehörige ganz verschiedener Völker, Sprecher verschiedener Sprachen vollziehen hier, in das gleiche weiße Pilgergewand gekleidet, dasselbe Ritual. Nirgendwo sonst kommt auch der egalitäre Anspruch des Islams deutlicher zum Ausdruck: alle Gläubigen sind vor Gott gleich. Auch beim Gebet (salât) wird die Idee der Einheit und Einigkeit aller Muslime sichtbar: wo immer auf der Welt ein Muslim in einem fremden Land eine Moschee betritt, weiß er sich zu Hause und wird sich richtig verhalten. Die Muslime sind "die Leute mit der Gebetsrichtung" (ahl al-qibla) – nämlich nach Mekka.

Seit Anbeginn keine Einheit, weder religiös noch politisch

Dennoch ist es allgemein bekannt und allen Muslimen schmerzlich bewusst, dass der Islam schon seit den Anfängen seiner Geschichte keine Einheit mehr ist – weder eine religiöse noch eine politische. Seinen Niederschlag hat dieses Bewusstsein in einem Ausspruch gefunden, der als Prophezeiung des Propheten Mohammed selber an seine Anhänger überliefert wird: "Die Juden sind in 71 Richtungen gegangen, die Christen in 72, ihr werdet in 73 Richtungen gehen."
Die Spaltungen, die die islamische Gesamtgemeinde (umma) schon im ersten Jahrhundert nach Mohammeds Tod in blutige innerislamische Kriege stürzte – das dafür verwendete Wort fitna bedeutet "Prüfung" –, hatten indes weniger religiös-theologische als vielmehr politische Ursachen. Die Umma war nicht nur als religiöse Gemeinschaft, sondern auch als politisches Gemeinwesen gegründet worden, das zudem nach dem Tod des Propheten rasch zu expandieren begann und imperiale Züge annahm. Da die Nachfolge- und Machtkämpfe innerhalb dieses neuen arabischen Imperiums von einer religiös gefärbten Propaganda begleitet waren, führten die Parteikonflikte zu Spaltungen, die sich auch in religiöser Opposition gegen die jeweils herrschende Richtung niederschlugen. "Die religiös-politischen Oppositionsparteien im alten Islam" hat daher der Orientalist Julius Wellhausen seinen Klassiker von 1901 genannt, in dem die Entstehung der ältesten Hauptrichtungen, der Kharidschiten, Schiiten und Sunniten, analysiert wird.

Weniger dogmatische Unterschiede als Anerkennung verschiedener Autoritäten

Der übliche arabische Terminus für solche voneinander abweichenden Richtungen des Islam ist madhhab, "Weg" oder "Methode". Eine Wiedergabe im Deutschen durch "Bekenntnis" ist problematisch; meistens handelt es sich nicht um Unterschiede des religiösen Dogmas, wie bei den christlichen Glaubensbekenntnissen, sondern um die Anerkennung unterschiedlicher Autoritäten: Wer ist legitimiert, die Umma politisch zu führen? Und wer ist im Konfliktfall befugt zu entscheiden, was islamisch ist oder nicht? Es ist also die Frage nach der legitimen Autorität im Islam, die die Umma von Anfang an gespalten hat. Da der Prophet keinen Nachfolger designiert hat (wie die große Mehrheit der Muslime meint) und da das direkt von Gott inspirierte Prophetentum mit dem Tod des "Siegels der Propheten" endete (wie ebenfalls die Mehrheit meint), stellte sich die Frage, wer denn befähigt und berechtigt sei, die Nachfolge des Propheten anzutreten und als sein "Stellvertreter" (khalîfa; Kalif) die Gläubigen zu lenken.

Der angeblich monolithische Islam erweist sich also bei näherer Betrachtung als ein äußerst vielfältiges Phänomen. Über allen Differenzen und Antagonismen darf man jedoch das starke Einheitsbewusstsein, das unter den Muslimen herrscht und sie von den Nichtmuslimen deutlich abgrenzt, nicht übersehen oder unterschätzen.

Prof. Dr. Heinz Halm lehrt Orientalistik an der Universität Tübingen.

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